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26. Juli 2007

Neue Heimat am Verspoel

Münster - Das Telefon funktioniert schon, die Kaffeemaschine auch, nur die Klingel klingelt noch etwas unzuverlässig. Ansonsten sind Raimund Köhn und seine Mitstreiter mit den 50 Quadratmetern in der ersten Etage des Hauses Verspoel 7-8 sehr zufrieden: "Hell, zentral und bezahlbar" seien die Räume des neuen "Linken Zentrums".

Wenn die letzten Umzugskisten geschleppt sind, hat die Heimatlosigkeit der münsterschen Linken ein Ende. Denn jahrelang hatten die kleinen sozialistischen und kommunistischen Parteien PDS, WASG und DKP, kommunalpolitisch als "Linke Liste" aktiv, keine offizielle Geschäftsstelle und keine eigenen Versammlungsräume.

Drei Funktionen wird das neue "Linke Zentrum" haben, sagt Raimund Köhn, früher münsterscher WASG-Chef. Zum ersten ist es die lokale Zentrale der neuen Partei "Die Linke", zu der sich PDS und WASG im Bund bereits zusammengetan haben und deren Kreisverband Münster sich am 14. August gründen wird. Auch die "Linke Liste", im Rat mit einem Mandat vertreten, ist hier beheimatet.

Zum zweiten fungiert es als Wahlkreisbüro der linken Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke - (Foto). Portrait Ulla Jelpke Und zum dritten wollen Köhn, derzeit "Die Linke"-Übergangsvorsitzender, und Helmut Hammerbauer von der DKP das Zentrum öffnen - zum Beispiel als Versammlungsort für Gruppen aus der Hochschulpolitik: "Wir möchten hier einen zentralen Anlaufpunkt für linke politische Aktivitäten in Münster schaffen."

Für die Gründung des münsterschen Kreisverbandes der "Linken" ist am Verspoel aber doch zu wenig Platz. Darum wollen die rund 100 bisherigen WASG- und PDS-Mitglieder ihren neuen, 15-köpfigen Vorstand in der Frauenstraße 24 wählen.

Raimund Köhn hofft danach auf verstärkten Zulauf: "Ich gehe davon aus, dass fünf bis zehn Prozent der Grünen zu uns kommen werden." Ob darunter auch der abtrünnige Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel sein wird - das konnte Köhn allerdings noch nicht sagen. - gie

Münstersche Zeitung vom 26.7.2007