Die Stadt des Friedens hat ausgedient
Münster. Münster als Stadt des Friedens scheint ausgedient zu haben. Dass Ruprecht Polenz (CDU) keinen Widerspruch zwischen christlichen Grundwerten und Kriegseinsätzen sieht, war nicht anders zu erwarten. Aber dass auch Christoph Strässer (SPD) in der namentlichen Abstimmung über den Kriegseinsatz in Afghanistan mit „JA“ gestimmt hat, verwundert doch. Was schert ihn Willy Brandt, dessen Wort "von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen" einst Leitbild der sozialdemokratischen Politik war?
Kompletiert wird die kriegstreibende münstersche Troika von Daniel Bahr (FDP). Lediglich Winfried Nachtwei (Grüne) scheint sich dem Parteitagsbeschluss salomonisch durch eine Enthaltung gefügt zu haben. Dass aber kein Mitglied des Bundestages aus Münster mit „Nein“ gestimmt hat, ist für die Stadt des Friedens ausgesprochen unwürdig.
„DIE LINKE. Münster steht jedenfalls zu dem Zitat des großen Sozialdemokraten und lehnt, wie auch die gesamte Linksfraktion im Bundestag“, so Sprecher Raimund Köhn, „weitere Kriegseinsätze in Afghanistan und anderswo auf dieser Welt ab.“