Die Aufrechterhaltung der Bahn-Direktverbindungen zwischen Münster und Berlin fordern Raimund Köhn, Sprecher DIE LINKE. Münster und der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel.
"Nach dem bereits in den Jahren 2000/2001 erfolgten Wegfall der InterRegio-Verkehre steht mit der Bahnprivatisierung der IC-Verkehr auf der "Roten-Liste" der DB. Die Börsenbahn wird sich mit der Privatisierung immer stärker auf die lukrativen Premium-ICE-Strecken konzentrieren. Diese Achsen führen an Münster vorbei. Zu befürchten ist, dass in der Tendenz von Münster aus nur noch ein regionaler Zubringerverkehr zu den an den ICE/IC-Trassen liegenden Bahnhöfen Hamm, Rheine und Dortmund erfolgen soll", so Rüdiger Sagel.
"Die Direktverbindung Berlin-Münster über Osnabrück steht mit der Ausdünnung nun endgültig zur Disposition. Die meisten Züge sollen zukünftig von Berlin über Rheine nach Amsterdam gehen. Wer von Münster nach Berlin will, muss zukünftig in Rheine bzw. - wie jetzt schon - in Hamm umsteigen", kritisiert Raimund Köhn.
Köhn und Sagel verweisen darauf, dass nicht nur die Strecke Münster-Berlin betroffen ist: "Seit Jahren wird der doppelspurige Ausbau der bisher eingleisigen Strecke Münster-Dortmund hinausgezögert. Das hat einen guten Grund: Die Achse Hamburg-Bremen-Münster-Ruhrgebiet steht zur Disposition. Der ICE fährt jetzt schon auf der Achse Hamburg-Hannover-Hamm-Dortmund-Ruhrgebiet-Düsseldorf-Köln. Auch auf der IC-Strecke Norddeich-Emden-Münster-Gelsenkirchen-Köln-Koblenz-Trier-Luxemburg ist mit Einschränkungen zu rechnen. Es ist zu erwarten, dass das Teilstück Koblenz-Luxemburg, aber vor allem auch das Teilstück Münster-Norddeich ausgedünnt bzw. ganz gestrichen werden".
In der von der Deutschen Bahn AG angestrebte Billiglösung für den Münsteraner Bahnhof sehen Sagel und Köhn Vorboten dieser Entwicklung: "Die Tatsache, dass die DB keine Mittel für den Einbau von Rolltreppen bereitstellen will, zeigt, dass sie Münster in Zukunft nur noch als Zubringerbahnhof sieht. Wird die Bahn jetzt privatisiert, wird diese Profitorientierung zunehmen. Die Bahn gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb muss sie weiterhin in öffentlichem Eigentum stehen."