Zurück zur Startseite
5. Dezember 2008

Linke kritisiert Bahnpolitik: Münster wird zur Provinzstadt

DIE LINKE. Münster sieht sich durch die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen in Auftrag gegebene Studie über die Entwicklung des Bahnverkehrs im Münsterland in ihrer Kritik an der Bahnpolitik der Großen Koalition in Berlin bestätigt.

"Immer mehr geraten Münster und das Münsterland durch die Bahnprivatisierung auf`s Abstellgleis, denn die Börsenbahn wird sich mit der Privatisierung noch stärker als bisher auf die lukrativen Premium ICE-Strecken konzentrieren. Zur Steigerung der Attraktivität des Börsengangs wurden bereits im Vorfeld der Bahnprivatisierung aus wirtschaftlichen Gründen zahlreiche IC oder ICE-Verbindungen ausgedünnt oder ganz eingestellt. Zu befürchten ist, dass perspektivisch von Münster aus nur noch ein regionaler Zubringerverkehr zu den an den ICE/IC-Trassen liegenden Bahnhöfen Hamm, Rheine und Dortmund erfolgen wird. Denn die Deutsche Bahn AG plant ihre wesentlichen Verkehrsachsen an Münster vorbei, was auch der Hauptgrund für den zögerlichen und unzureichenden Umbau des münsterschen Hauptbahnhofs ist", kritisieren Ratsherr Ali Atalan und Hubertus Zdebel, stellvertretender Sprecher von DIE LINKE. Münster.

"Seit Jahren wird der doppelspurige Ausbau der Strecke zwischen Münster und Lünen in Richtung Dortmund hinausgezögert. Das hat einen guten Grund: Die Achse Hamburg-Bremen-Münster-Ruhrgebiet steht zur Disposition. Der ICE fährt jetzt schon auf der Achse Hamburg-Hannover-Hamm-Dortmund-Ruhrgebiet-Düsseldorf-Köln. Auch auf der arg zusammen gestrichenen IC-Strecke Norddeich- Münster-Gelsenkirchen-Düsseldorf-Köln-Luxemburg ist mit weiteren Einschränkungen zu rechnen. Auf der Strecke kommen seit Jahren abgeschriebene Altfahrzeuge der Bahn zum Einsatz und eine Neuinvestition ist nicht geplant", stellen Atalan und Zdebel fest.

"Hier ist dringend ein Umsteuern erforderlich; denn Münster ist bahnpolitisch auf dem Weg zur Provinzstadt. Die Münsteraner Bundestagsabgeordneten, allen voran Ruprecht Polenz (CDU) und Christoph Strässer (SPD), beteuern zwar immer, dass sie im Dauereinsatz für den Bahnstandort Münster sind, Ergebnisse sind aber nicht in Sicht", kritisieren Zdebel und Atalan die Entwicklung.