Ferienprogramme werden derzeit in Münster zahlreich angeboten. Eine tolle Sache, sollte man meinen. Doch wer genau hinschaut, entdeckt fast nur Programme für über 5-jährige. Für die jüngeren bleibt allein der Sandkasten in Begleitung der Eltern oder für die ab-4-jährigen die kostenpflichtige Betreuung im "Maxi-Turm". Bei der größten Ferienfreizeit "Atlantis" im Wienburgpark, sind Kinder unter fünf Jahren nicht gern gesehen. Auf Anfrage wurde einer Mutter einer Vierjährigen lediglich erlaubt, mit ihrem Kind einmal über den Platz zu gehen. Die Nutzung des Angebotes, das unter anderem aus einer Hüpfburg und einem Karussell besteht, wäre, so wurde ihr mitgeteilt, hingegen nicht möglich.
Dieses Programm, das vom Kinderbüro der Stadt Münster angeboten wird, ist so konzipiert, dass für Kinder unter 5 Jahren keine Betreuung vorgesehen ist. Ein alternatives Angebot für jüngere Kinder existiert jedoch nicht. Gespart wird wieder einmal beim Personal, sprich Pädagoginnen und Pädagogen. "Allerdings sollte für die Altersgruppe der unter fünfjährigen, deren Familien in den Ferien nicht verreisen können, ebenfalls ein Freizeitprogramm angeboten werden", fordert Iris Toulas, Mitglied der Partei DIE LINKE. Münster. Als nicht nachvollziehbar bezeichnet auch DIE LINKE. Sprecher Raimund Köhn das Vorgehen des Kinderbüros: "Die Ausklammerung dieser Altersgruppe lässt darauf schließen, wie ernst die Forderung nach frühkindlicher Förderung bei den hiesigen Verantwortlichen genommen wird".