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15. Juni 2008

ZEB-Tower deplatziert - DIE LINKE. Offene Liste deckt versteckte Subventionierung auf

„Das ehemalige TÜV-Gelände an der Steinfurter Straße ist für eine Bebauung mit einem Bürogebäude viel zu schade“, kritisiert Joachim Krurup, Mitglied im Kommunalpolitischen Arbeitskreis von DIE LINKE. Offene Liste und zuständig für Stadtentwicklung, Wohnungspolitik und Verkehrsplanung. „Die Verdichtung, der so genannte Innenausbau, sollte gegenüber dem Bauen im Außenbereich Vorrang bekommen, auch aus ökologischen Gründen, etwa um eine stärkere  Zersiedlung der Landschaft und die Versiegelung zu vermindern“, so Krurup weiter. Der Standort auf dem ehemaligen TÜV-Gelände an der Steinfurter Straße ist nach Meinung der Linken ideal für weitere mehrgeschossige Wohnbebauung, da sich hier umfangreiche Versorgungseinrichtungen in Fußgänger-Entfernung befinden und die Anbindung an das Busnetz gut ist.

„Die Forderung ist im Zusammenhang mit den Grundsätzen zur Stadtentwicklung der Linken zu sehen“, so Krurup. Diese bestünden neben der Forcierung des Innenausbaus in einer Erhöhung des Anteils des  mehrgeschossigen Wohnungsbaus in geplanten Wohngebieten, auch um den Anstieg der Mietpreise zu stoppen, erläutert der Diplom-Geograph.
Äußerst bedenklich sei außerdem das Angebot in Höhe von 3,24 Mio. Euro für das Grundstück. „Da es genau der absoluten Untergrenze entspricht, weniger hätte zum Ausschluss des Bieters geführt, beschleicht einen der Verdacht von Insiderinformationen oder gar Absprachen“, ergänzt DIE LINKE. Sprecher Raimund Köhn. Zusätzlich hat die Stadt dem Investor zugesichert, sich an den Kosten der zu erwartenden Altlastensanierung zu beteiligen und stellt keine Erschließungskosten in Rechnung. „Der zu erzielende Ertrag aus dem Verkauf dürfte sich damit auf weniger als 2 Mio. Euro belaufen“, kritisiert Köhn, „dreister könne die Stadt eine indirekte Unternehmenssubvention nicht konstruieren.“ Ohnehin fordert DIE LINKE. Offene Liste, kommunales Grundeigentum nicht zu verkaufen, sondern ausschließlich zu verpachten.

Wenn schon ein so großes Bürogebäude gebaut werden soll, dann wäre ein anderer Standort laut Krurup geeigneter. In Frage kämen beispielsweise das Zentrum Nord oder etwa der Albersloher Weg in der Nachbarschaft des Stadthauses III, der Stadtwerke und der PSD-Bank. Der zeb-Tower könnte die Kanalbrücke dort flankieren und Teil eines „City-Tors“ werden, eine mindestens ebenso repräsentative Lage. Auch Ratsherr Ali Atalan fordert eine soziale und ökologische Stadtplanung. „Das Angebot von bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen, das in den letzten Jahren massiv abgenommen hat, muss deutlich vergrößert werden“, sagte Atalan und betonte, dass das Areal an der Steinfurter Straße dafür hochgradig geeignet sei.