Am 10. Mai 1933 wurden in Deutschland auf öffentlichen Plätzen die Werke jüdischer, christlicher, marxistischer und pazifistischer Autorinnen und Autoren verbrannt. In der, von der nationalsozialistischen Reichsleitung der Deutschen Studentenschaft ins Leben gerufenen "Aktion wider den undeutschen Geist" brannten auch in Münster auf dem Hindenburgplatz die Bücher. Für die betroffenen Schriftstellerinnen und Schriftsteller folgten Schreibverbot, Verfolgung, Haft, Folter und Tod oder das Exil.
Bis heute seien nicht nur die meisten der verbrannten Werke in Vergessenheit geraten, auch bei vielen der verfolgten AutorInnen scheint es, als seien sie nie gewesen.
Alle im Rat der Stadt Münster vertretenen Parteien sollten sich trotz unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Auffassungen für die Errichtung einer Gedenktafel bzw. eines geeigneten Mahmales einsetzen, fordern Ulla Geißler Sahin, Mitglied des Arbeitskreises Kommunalpolitik und Ratsherr Ali Atalan.
Die nationalsozialistischen Feuerteufel machten am 10, Mai 1933 keine Unterschiede zwischen jüdischen, christlichen oder atheistischen AutorInnen, zwischen pazifistischen oder marxistischen Schriftellerinnen und Schriftstellern.
Die Stadt Münster scheint in besonderer Weise verpflichtet durch ein öffentliches Mahnmal gegen das Vergessen und zur Erinnerung an die verbrannten Dichterinnen und Dichter und ihrer Werke, einzustehen, da in Münster bereits vor dem 10. Mai, am 31. März Bücher unerwünschter AutorInnen in einer nicht studentischen Aktion durch die SA öffentlich verbrannt wurden.
Ulla Geißler- Sahin und Ratsherr Ali Atalan sind der Auffassung, dass eine Gedenktafel, bzw. ein entsprechendes Mahnmal der Stadt Münster gut zu Gesicht stehen wird. Ein Gesicht, das Münster heute als weltoffenen Ort, als Stadt des freien Wortes und der Vielfalt der Ansichten zeigt.
Der Rat der Stadt Münster möge sich auch im Sinne eines der verbrannten Dichter für die Errichtung einer Gedenktafel aussprechen. Erich Kästner erklärte in seiner Rede "Über das Verbrennen von Büchern":
"Immer wenn von der Vergangenheit gesprochen wird, ist auch von der Zukunft die Rede."
Ratsherr Ali Atalan fügt hinzu, dass angesichts der Ereignisse vom 10.Mai 1933 auch die Diskussion einer Umbenennung des Hindenburgplatzes neu aufgegriffen werden muß. "Wie verträgt sich die mahnende Symbolik gegen das Vergessen, für das freie Wort und Meinungsfreiheit, mit der historischen Rolle Hindenburgs?" hieß es weiter.