Zurück zur Startseite
10. April 2009

Falsche Einzelhandelspolitik in Münster mitverantwortlich für HBF- Umbaumisere

Bahnhofsumbau bleibt Sache des Bundes und der DB AG 
Nach dem absehbaren Scheitern des Bahnhofsumbaus will DIE LINKE. Münster nun verstärkt den Bund,  das Land NRW  und  die  Deutsche Bahn AG  (DB AG) in die Pflicht nehmen.
 
„Zwar hat sich  der vorgesehene Investor Timon als nicht besonders zuverlässig erwiesen. Aber Hauptverursacher der Bahnhofsmisere ist  die DB AG, die den Umbau von Anfang an nur zögerlich und unzureichend angegangen ist,  sowie die verfehlte Bahnpolitik der  großen Koalition in Berlin", äußern der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel, Sprecher Raimund Köhn und Bundestagskandidat Hubertus Zdebel deutliche Kritik an CDU und SPD, aber auch FDP und Grünen in Münster und Berlin.

"Die großen Bahnachsen werden an Münster vorbeigeplant. Durch die von der ganz Großen Koalition in Berlin vorangetriebene Bahnprivatisierung gerät Münster immer mehr auf das Abstellgleis. Zur Steigerung der Attraktivität des Börsengangs wurden bereits zahlreiche IC oder ICE-Verbindungen, die über Münster führten, ausgedünnt oder ganz eingestellt . Die DB AG ist so nicht bereit, noch viel Geld für den Bahnhof in Münster auszugeben ", argumentieren Zdebel und Sagel.

Doch Verantwortung trägt auch die herrschende Politik in Münster. "Der Hauptbahnhof verliert  durch den vom Nahverkehr auf die Intercity-Verbindungen umsteigendem Publikumsverkehr und wird für Einzelhandelsinvestoren zunehmend uninteressanter. Durch die Realisierung des Hansa-Carrées und die unsägliche Stubengassenbebauung werden die geplanten Einzelhandelsflächen am Bahnhof durch Kaufkraftabzug und Standortkonkurrenz natürlich weniger attraktiv", so Sagel und Köhn.

Aus Sicht der LINKEN sei es weiterhin die Aufgabe,  vor allem  in Berlin  aber auch in Düsseldorf die Weichen für die Finanzierung des Hauptbahnhofs zu stellen. "Es ist keine kommunale Aufgabe, den Bahnhof umzubauen, wie es jetzt offensichtlich von SPD und Grünen angedacht ist“, kritisiert Zdebel. „Wir sind der Auffassung, dass der Bahnhofsumbau in das Konjunkturpaket der Bundesregierung gehört, dafür müssen auch vom Land in Düsseldorf die Weichen gestellt werden.  Bisher sind die münsterschen Bundestagsabgeordneten von CDU, SPD, FDP und Grünen beim geplanten Umbau des Hauptbahnhofs komplett gescheitert. Jetzt bietet sich eine neue und vermutlich letzte Chance und es gilt, in Berlin  und Düsseldorf erneut Druck zu machen und die Bahn in die Pflicht zu nehmen",  sind sich Sagel und Zdebel über die notwendige Weichenstellung einig.