Zdebel: „Jeder Euro Steuergeld ist zuviel“. Als nachvollziehbar und längst überfällig bezeichnet Hubertus Zdebel, Bundestagskandidat für DIE LINKE. in Münster, die Kürzung der Fördermittel des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) für das Westpreußische Landesmuseum.
„Selbst die nun vorgesehenen 50.000 Euro Förderung sind für dieses Museum, in dem massiv Geschichtsverfälschung betrieben wird, zuviel. sie müssen an eine Neukonzeption der Ausstellung gebunden werden", kritisiert Zdebel die Verantwortlichen scharf.
"In der Ausstellung wird die Zeit von 1920 bis 1939, die Geschichte der deutschen Minderheit in Polen und die Geschichte des Freistaats Danzig zur Zeit der NS-Herrschaft, bis auf kleine Randnotizen ausgeblendet. Gleiches gilt für den Überfall auf Polen 1939, die Beteiligung des 'Selbstschutzes' an der Ermordung tausender Juden und Polen, die Vertreibungen und Morde im KZ Stutthof im Reichsgau Danzig-Westpreußen bis 1945.
Diese Fakten sind seit mehreren Jahren auch in Münster bekannt. Es wird höchste Zeit, dass sich die demokratischen Kräfte in dieser Stadt der Thematik annehmen. Mit einer kosmetischen Operation wie der Umbenennung der Stiftung ist es eben nicht getan. In Münster und anderswo darf es keinen Raum der Geschichtsverfälschung geben", fordert Zdebel Konsequenzen.
Das Westpreußische Landesmuseum existiert seit 1975 und befindet sich im Drostenhof in Münster-Wolbeck. Seit Jahren wird es aus Mitteln der Bundeskulturförderung finanziert. Die Gründung des Museums erfolgte in der Trägerschaft der Erik-von-Witzleben-Stiftung, der Kulturstiftung der Landsmannschaft Westpreußen, die seit 1973 ihren Sitz in Münster hat. 2005 wurde die Vergangenheit Erik von Witzlebens, des späteren Vorsitzenden der Landsmannschaft Westpreußen, als SS-Sturmbannführer bekannt. Seine Vergangenheit wurde lange verschwiegen. Erst auf öffentlichen Druck hin entschied der Stiftungsrat, die "Erik-von-Witzleben-Stiftung" in "Kulturstiftung Westpreußen" umzubenennen. Ein Gutachten des Professors für Geschichte, Dr. Hans-Ulrich Thamer, der von der Stiftung gebeten worden war, eine Expertise über Erik von Witzleben zu erstellen, ist bis heute nicht veröffentlicht worden. „Damals sagte der Direktor des Westpreußischen Landesmuseums, Dr. Lothar Hyss, alle Hausaufgaben gemacht zu haben. Doch die Realität sieht anders aus“, so Zdebel abschließend.