Nach dem Ausstieg der Architekten Rainer M. Kresing und Andreas Deilmann aus dem millionenschweren Großprojekt am Stadthafen sieht DIE LINKE. Münster bezüglich der weiteren Perspektive die Stadt am Zug.
"Der Rücktritt von Deilmann und Kresing von dem Kauf des OSMO-Areals kann sich zu einem Segen für die Stadt Münster entwickeln, wenn die Stadt jetzt das Areal erwirbt und anschließend für das gesamte Hafengelände inklusive des angrenzenden Stadtwerke-Grundstücks einen städtebaulichen Wettbewerb veranstaltet. Das ist ein sauberes Verfahren und danach kann über die Vergabe durch den Stadtrat entschieden werden", so Ratsherr Ali Atalan und Hubertus Zdebel, stellv. Sprecher des Kreisverbandes Münster.
Gleichzeitig kritisieren Zdebel und Atalan scharf die Umstände zur Errichtung eines neuen für die Grundeigentümer äußerst gewinnbringenden Stadtquartiers am Stadthafen mit 400 Wohnungen in einer hochverdichteten Bebauung: "Ursprünglich beabsichtigte die Stadt, das Stadtwerke- Hafen-Grundstück freihändig an die Bietergemeinschaft Deilmann/ Kresing, die bereits das benachbarte OSMO-Gelände erworben hatte, zu vergeben, obwohl es dafür nicht nur zwei weitere, sondern sogar einen dritten Bewerber gegeben hat, wie später bekannt wurde.
Jetzt wird darüber hinaus bekannt, dass Kresing und Deilmann dieses Grundstück schon längst von den Stadtwerken gepachtet haben und somit der zukünftige Ausschreibungsgewinner so oder so nicht an ihnen vorbeikäme."
Zdebel und Atalan fordern jetzt die sofortige lückenlose Aufklärung dieser Vorgänge: "Das riecht nach schwarzem Filz. Sollte sich herausstellen, dass Stadtdirektor Hartwig Schultheiß (CDU) als Planungsdezernent von diesen Sachverhalten zum Zeitpunkt der von ihm favorisierten freihändigen Vergabe des Stadthafenareals Kenntnis hatte, ist er aus unserer Sicht nicht mehr tragbar. Schon bei den Aaseeterrassen und kürzlich in Sachen Rolltreppen am Hauptbahnhof hat Schultheiß zum Nachteil der Stadt agiert."