Am 9. Dezember stellte das Statistische Bundesamt in einer Pressekonferenz die vorläufigen StudienanfängerInnenzahlen in Berlin vor. Die zusammengefassten Ergebnisse sind im Internet zugänglich gemacht.
DIE LINKE.Münster kritisiert den Umgang von Regierung und Medien mit diesen Statistiken. Im Jahr 2009 gab es keineswegs 423.400 StudienanfängerInnen im Erststudium in Deutschland, wie die Bildungsministerin uns glauben machen will. Stattdessen wurden auch Master- und Promotionsstudierende, welche zwischenzeitlich an keiner deutschen Hochschule eingeschrieben waren, in die Statistik mit einberechnet. Außerdem glänzt das Land Baden-Württemberg mit einem weiteren Buchungstrick: 10.000 StudienanfängerInnen an Berufsakademien werden in diesem Jahr erstmals als HochschulanfängerInnen mitgezählt.
„Ebenso wie bei den AbsolventInnenzahlen wird hier mit der Zweistufigkeit des Studiums statistische Trickserei betrieben,“ kritisiert Hannes Draeger, hochschulpolitischer Sprecher DIE LINKE.Münster. „Damit wird die Öffentlichkeit analog zu den monatlichen Arbeitslosenzahlen massiv getäuscht.“
Das Schaubild 6 im Begleitmaterial zur Pressekonferenz zeigt deutlich: Die tatsächliche Studienanfängerzahl im Erststudium liegt bei etwa 350.000 Studierenden (2008). Aktuelle Zahlen für das Jahr 2009 liegen nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes bisher nicht vor.
„In Zukunft wird es immer mehr Studierende geben, welche nach dem Bachelorabschluss eine Berufsphase einlegen und erst danach einen Master beginnen,“ erläutert Olaf Götze, stellv. Sprecher DIE LINKE. „Wir prognostizieren also auch für die kommenden Jahre neue Superlative von sogenannten StudienanfängerInnen.“