Zu der entfachten Debatte um die “ Integrationsstudie“ erklärt der migrationspolitische Sprecher der Partei DIE LINKE. NRW, Ali Atalan:
"Es gehört schon eine Portion Dreistigkeit dazu, welche Schlüsse aus den veröffentlichten „Befunden“ einer Studie zur Integration von den politisch Verantwortlichen gezogen werden. Ein reines Ablenkungsmanöver von Versäumnissen und Versagen in der Integrationspolitik ist es, wenn nun einem Teil der MigrantInnen (Türken) die Schuld zugeschoben wird und diese zu Sündenböcken erklärt werden", kritisiert Atalan.
„Die bisherige Politik, vor allem deren neoliberale Ausrichtung in der Wirtschafts- und Sozialpolitik einerseits und das selektive Schulsystem andererseits ist die wahre Ursache für Defizite bei der Integration, davon soll jedoch abgelenkt werden" so Atalan weiter.
"Die Betroffenen einer verfehlten Bildungspolitik werden ausgegrenzt und zudem mittels einer sozialen Kahlschlagpolitik bekämpft und abgeschottet. Für die soziale Isolierung und die mangelnde Teilhabe der Menschen mit Einwanderungshintergrund ist die herrschende politische Geisteshaltung und nicht die Betroffenen selbst verantwortlich."
Empört zeigt sich Atalan auch über die zynische Bemerkung des Landesintegrationsministers Laschet, der öffentlichkeitswirksam "richtig stellen" wollte, dass die Schulabgänger-Zahl mit Einwanderungshintergrund in NRW nicht, wie die Studie darlegt, über 30 Prozent läge.
Derartige Show-Veranstaltungen, wie nationale und Landesintegrationspläne und Konferenzen ändern nichts. Hier müssen umfassende, konzeptionelle Initiativen ergriffen werden. Da das Land NRW in diesem Zusammenhang strukturell eine besondere Stellung und Verantwortung hat, muss es mit gutem Bespiel vorangehen, schlägt Atalan vor. "Um dieser heuchlerischen und verfehlten Politik ein Ende zu setzen, müssen grundlegende Veränderungen her. Das dreigliedrige Schulsystem spaltet die Gesellschaft. Wir brauchen eine Schule für alle!