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10. Dezember 2008

Wissenschaftlich wertlose Ideologie

Als wissenschaftlich wertlose Ideologie der neoliberalen Bertelsmannstiftung bezeichnet DIE LINKE. Sprecher Raimund Köhn die neue „Bevölkerungsprognose 2025“. Bereits seit den 70er Jahren warnen konservative Soziologen vor den angeblichen Gefahren der „Überalterung“ der Gesellschaft. Einer kritischen Überprüfung haben die Prognosen jedoch nie standgehalten.<//font><//font><//font><//span>

 

Das gilt gleichermaßen für die Prognosen der Studie zu Münster, zum Beispiel in der Frage des Rückgangs der Schülerinnen und Schüler. Angeblich soll es 2025 rund 1200 Grundschüler und 2000 Jugendliche weniger geben, weshalb 120 Schulklassen wegfallen würden. Diese Prognose ist jedoch nicht mehr aktuell, weil in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Neubaugebiete für „junge Familien“ in Münster ausgewiesen worden sind, die bereits jetzt zu einer Verschiebung der schulischen Anmeldezahlen geführt haben. So reichen die Plätze im neuen Steingymnasium in Gievenbeck vorne und hinten nicht. In Klassenräumen, die auf maximal 25 SchülerInnen ausgelegt sind, sitzen teilweise 30.<//font><//font><//font><//span>

 

Die Absichten hinter diesen Aussagen sind eindeutig, es sollen Schulen geschlossen und weniger Lehrer eingestellt werden. Das ist die Ideologie der Bertelsmannstiftung, staatliche Aufgaben reduzieren und privatwirtschaftliches Profitstreben fördern. Auf die Idee, den Rückgang der Schülerzahlen für eine bessere schulische und pädagogische Betreuung zu nutzen, kommen die Autoren gar nicht. Bei einer Reduzierung der Klassengrößen von 25 auf 20 Schülerinnen und Schüler würden nicht 120 Klassen wegfallen, sondern es wären zusätzlich 150 Klassen in Münster erforderlich.<//font><//font><//font><//span>

 

Nicht weniger demagogisch ist die Studie in ihren Aussagen zu dem wachsenden Teil der Rentnerinnen und Rentner. In Münster müssten, so die Empfehlung an die Wirtschaft, mehr „altersgerechte“ Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Betrifft das die Gruppe der über-50jährigen oder die noch älteren? Die Bertelsmann-Stiftung hat durch zahlreiche Agitationen dazu beigetragen, dass über-50jährige kaum Aussichten auf Einstellung haben und faktisch überproportional langzeitarbeitslos sind. <//font><//font><//font><//span>

 

Diese sich sozial gebärdende Empfehlung hat jedoch einen ganz anderen Hintergrund. Denn hier wird einerseits unterstellt, dass das Renteneintrittsalter noch weiter herauf gesetzt werden muss, andererseits wird das Vorurteil bemüht, die sozialen Sicherungssysteme könnten so viele „Alte“ nicht finanzieren. Ursache der Probleme in Deutschland sind aber nicht die Rentnerinnen und Rentner, sondern vielmehr die geringe Erwerbsquote von unter 70% und die faktischen Reallohnsenkungen der vergangenen Jahre. Dadurch kommt immer weniger Geld in die Rentenkassen. Bei einer Erhöhung der Erwerbsquote um nur 10% kämen 2025 nicht mehr, sondern weniger Rentner auf jeden Erwerbstätigen. Auch darin zeigt sich, dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters ökonomisch und sozial völlig unsinnig ist.<//font><//font><//font><//span>

 

DIE LINKE. kämpft deshalb weiter mit den Gewerkschaften gegen die Rente mit 67 und gegen wissenschaftlich wertlose Studien der Bertelsmannstiftung.<//font><//font><//font><//span>