Der Empfang war sehr herzlich bei dem Solidaritätsbesuch in der Roma-Siedlung am späten Montagabend, den 14. Dezember. Für die Gastgeber gab es Blumen und einen Weihnachtsstiefel mit Überraschungen für die Kinder, die Gäste erwartete das gemütliche Wohnzimmer einer 5-köpfigen Familie und heiße Getränke.
Diese Familie und weitere 83 aus dem Kosovo stammende und heute in Münster lebende Roma in dieser Siedlung sind derzeit von Abschiebung bedroht. Ihr Duldungsstatus läuft spätestens Anfang Februar aus. Sie wurden aufgefordert, das Land freiwillig zu verlassen.
"So jedenfalls die Situation auf dem Papier," erläutert Raimund Köhn, Fraktionssprecher DIE LINKE die Ergebnisse des Gespräches. "Tatsächlich leben die Familien seit 10 bis 20 Jahren hier in Deutschland, ihre Kinder sind hier geboren, besuchen die Schule und den Sportverein. Sie arbeiten - soweit man mit einer kurzzeitigen Duldung davon reden kann - in Festanstellung und zahlen ganz normal ihre Miete für die städtischen Wohnungen."
Unter diesen Umständen fällt es nicht nur den hier lebenden Roma schwer, sich vorzustellen, in die noch immer unsichere Lage in den Kosovo abgeschoben zu werden. Auch die anwesenden Mitglieder der Linken zeigten ihr Unverständnis über die unhaltbare Situation. Bei den jetzt anstehenden Einzelfallprüfungen sichern sie ihre Unterstützung zu. Auch deshalb, weil die Roma von der Situation in ihrer Heimat in Mitrovica berichten können.
"Die Stadt ist dort immer noch geteilt. Das Stadtviertel in dem die Roma früher lebten ist dem Erdboden gleich gemacht und die Roma werden dort geächtet," gibt Olaf Götze, stellv. Sprecher DIE LINKE die Berichte wider. "Für die hier lebenden Familien wäre die Abschiebung eine Katastrophe. Die Einzelfallbegutachtung reicht daher nicht aus. Es muss einen Aufschrei durch Münster gegen diese unchristliche Vorgehensweise geben."