„Die vermeintlichen Wunderkerzen am Arbeitsmarkt sind abgebrannt.“
Im Rahmen ihrer "Schutzschirm für die Menschen" - Kampagne forderte DIE LINKE. Münster vor dem in Münster ansässigen „Interessenverband der Zeitarbeitsfirmen“ (IGZ) den sofortigen Stopp von Massenentlassungen in der Zeitarbeitsbranche und die Wiedereinführung der gesetzlichen Befristung von Leiharbeit.
Laut Zeitarbeitsindex des Instituts der deutschen Wirtschaft sei der Anteil der Beschäftigten in der Leiharbeitsbranche bereits im Jahr 2008 von 807.867 im Juni, auf 648.838 im Dezember eingebrochen. Auch im Münsterland gebe es in der Branche eine spürbare Zahl von Entlassungen, besonders im Bereich der „Aushilfskräfte“.
„Die Zeitarbeitsfirmen sind nun in der Pflicht, Stellen zu erhalten. Sie haben in den vergangenen Jahren gigantische Gewinne eingefahren. Jetzt müssen sie auch das Risiko der verleihfreien Zeit tragen“, so Hubertus Zdebel, Bundestagskandidat der Münsteraner LINKEN.
Gleichzeitig fordert Zdebel gesetzliche Maßnahmen auf Bundesebene: „Die Zeitarbeit wird aufgrund der Möglichkeiten des noch von Rot-Grün eingeführten Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes von immer mehr Unternehmen als Mittel zum Lohndumping missbraucht. Stammbeschäftigte werden rausgeschmissen und kommen als Leiharbeiter an den gleichen Arbeitsplatz zurück, aber mit viel weniger Lohn. Wir fordern die gesetzliche Durchsetzung des Prinzips gleiche Vergütung von Stammbelegschaft und Beschäftigten von Leiharbeitsfirmen bei gleicher Arbeit (‚Ein Betrieb, ein Tarif’), die Befristung für Leiharbeitseinsätze auf sechs Monate und das Verbot befristeter Beschäftigung bei Leiharbeitsfirmen.“
Angesichts der Tatsache, dass offiziellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit zufolge im März diesen Jahres 6.231.000 Menschen Bezieher von Arbeitslosengeld I oder Hartz IV waren, fordert der Spitzenkandidat der LINKEN für den Münsteraner Rat, Raimund Köhn einen „Schutzschirm für Menschen“.
Köhn konstatiert: „Unser Land braucht keine weiteren Milliardenschutzschirme für Banken und Fondsmanager oder so genannte Bad Banks. Jetzt brauchen die Arbeitslosen und die von Arbeitslosigkeit Bedrohten unsere Solidarität.“