Laut Bericht einer überregionalen Tageszeitung wird bedürftigen Menschen, die sich in der Öffentlichkeit kritisch gegenüber der Münster-Tafel geäußert haben, die Ausgabe von Lebensmitteln verwehrt. Eine Person hatte sich über die Zustände bei der Münster-Tafel beschwert. Daraufhin erteilte ihm der Chef der Tafel, Roland Goetze, ein Hausverbot. Von dem Verbot soll auch die Ehefrau, quasi eine Sippenhaft, betroffen sein.
"Sollten die Vorwürfe stimmen, ist das ein starkes Stück", empört sich Ali Atalan (DIE LINKE), Mitglied im Stadtrat. "Die Tafel erhebt den Anspruch, allen Bedürftigen Lebensmittel auszuhändigen. Wenn diese Hilfe an die Bedingung geknüpft ist, unterwürfig nur Danke sagen zu dürfen, dann ist dies ein politischer Skandal. Vor allem deshalb, weil die Tafel Zuschüsse von der Stadt erhält."
Iris Toulas, Spitzenkandidatin DIE LINKE. Münster, ergänzt: "Es wäre für mich keine Überraschung, wenn die Vorwürfe stimmen. Viel zu lange wurde das Thema Armut in Münster totgeschwiegen. Man beschränkt sich auf die Verwaltung von Armut, anstatt die Ursachen zu bekämpfen. Tafeln sind dabei nicht hilfreich. Denn sie verdecken nur als Feigenblatt die viel zu niedrigen Regelsätze des Arbeitslosengeldes II. Außerdem werden die Betroffenen zu Almosenempfängern degradiert und, wie offenbar in diesem Fall, der Willkür anderer ausgesetzt."