DIE LINKE.Münster ist erstaunt über die "Erfolgsmeldung" der Uni Rektorin Nelles über einen Anstieg der sogenannten Drittmittel-Anwerbung an der Uni Münster. Demnach habe die Uni-Münster ihr Drittmittel-Aufkommen gegenüber 2007 um acht Prozent steigern können. Drittmittel werden nicht selten aus der Privatwirtschaft eingeworben, die sich über den Weg einen Zugang zu den Hochschulen verschaffen.
Hannes Draeger, hochschulpolitischer Sprecher der LINKEN, steht der Drittelmittel-Anwerbung überaus skeptisch gegenüber:
"Drittmittel sind ein Instrument von Großkonzernen, die Lehrpläne der Institute zu beeinflussen. Nicht selten kommen diese Drittmittel aus höchstproblematischen Branchen wie beispielsweise aus der Pharma-, Waffen- oder Atomindustrie. Bildung darf niemals den Profitinteressen von Konzernen untergeordnet werden. Es ist zynisch, wenn Frau Nelles hier von einem großen Erfolg spricht, ohne das System kritisch zu hinterfragen. Stattdessen beschränkt sich Nelles darauf, im FDP-Jargon den Wettbewerb unter den Hochschulen hochzuloben. Mit dieser Rhetorik steht sie den studiengebühren-Befürworter der schwarz-gelben Landesregierung in nichts nach."
Ali Atalan, Ratsmitglied der LINKEN, ergänzt: "Bildung soll frei sein. Wissenschaft ist nur dann gewährleistet, wenn frei und unabhängig geforscht wird. Die Drittmittel aus der Privatwirtschaft sind eine Gefahr für die unabhängige und kritische Wissenschaft."
DIE LINKE. Münster fordert unter Einbeziehung der Studierenden eine kritische Debatte über die Anwerbung von Drittmitteln.