„Zu kurz gesprungen, Frau Boos!“
Die Münsteraner Landtagsabgeordnete der SPD, Anna Mazulewitsch-Boos fragte ende vergangener Woche im Düsseldorfer Landtag: “Wann fordert die Landesregierung den Rücktritt des Hochschulratsmitglieds Middelhoff?“ Gegen den ehemaligen Arcandor-Vorstandschef Thomas Middelhoff ermittelt Medienberichten zufolge die Bochumer Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue.
Der Hochschulpolitische Sprecher der LINKE. Münster, Hannes Draeger stellt in diesem Zusammenhang fest: „Natürlich ist Middelhoff ein Symbol für die schamlosen Abzock-Mentalität der deutschen Managerklasse, während die einfache Bevölkerung nach dem Willen jener Manager nun die Zeche zahlen sollen. Dass sich die Kritik der SPD nun jedoch lediglich nur an Personalien abarbeitet, anstatt die grundsätzliche Abschaffung der Hochschulräte zu fordern, ist symptomatisch für die konzeptlose Bildungspolitik der SPD. Dies ist auch nicht verwunderlich, wer wie die rot-grüne Landesregierung in den 90er Jahren das „Internationale Netzwerk innovativer Schulsysteme“ der neoliberalen Bertelsmann-Stiftung unterstützte und Reinhard Mohn höchstpersönlich noch bis Mitte der 1990er Jahre in der damaligen Bildungskommission die Marschrichtung für die Bildungspolitik vorgeben ließ, der hat, wenn eben diese Bertelsmannstiftung die Hochschulräte konzipiert und die derzeitige Landeregierung diese installiert, intellektuell nicht mehr anzubieten als den Austausch von Personen.“
Ebenso wie viele Gewerkschaften steht DIE LINKE dem Einfluss von Konzernen auf die Hochschulen kritisch gegenüber. Hannes Draeger merkt hierzu an: „DIE LINKE. Münster unterstützt die Forderungen der Studierenden nach einer Demokratisierung der Hochschule. Dazu gehört die Stärkung der Rechte von studentischen Vertretungen wie dem AStA, dem Studierendenparlament und der Fachschaften. Externe Manager und Lobbyisten dürfen nicht über die Zukunft der Hochschulen entscheiden, weshalb wir Hochschulräte grundsätzlich ablehnen.“