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30. September 2008

Traurige Berühmtheit der Kämmerin

Helga Bickeböller ist jetzt weit über die Grenzen der Stadt Münster hinaus bekannt. Doch dürfte diese Berühmtheit von eher zweifelhaftem Charakter sein. Denn die Stadtkämmerin hat, wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, „kommunale Überlebenshilfe für die Wall-Street-Zocker“ geleistet.

Bickeböller wird sogar besonders hervorgehoben, da sie „noch am 15. August, als die US-Investmentbank bereits wackelte, in zwei Tranchen 15 Millionen Euro überwiesen hatte“.

Der offensichtliche Spott des Spiegels über die Leichtsinnigkeit der Kämmerin, die sich „mit großzügigen Konditionen und dem Verweis auf den Einlagensicherungsfonds“ verlocken ließ, ist für die Bürgerinnen und Bürger jedoch kein Anlass zur Häme. Denn die Millionen liegen auf unbestimmte Zeit auf Eis und fehlen womöglich im Haushalt 2008.

„DIE LINKE. Münster wiederholt daher ihre Forderung nach lückenloser Aufklärung des Vorgangs“, erklärt Sprecher Raimund Köhn. „Wir werden darauf achten“, ergänzt Ratsherr Ali Atalan, „dass diese verantwortungslose Spekulation mit Steuergeldern nicht unter den Teppich gekehrt wird. Nicht nur der Rat, sondern die gesamte Bevölkerung der Stadt Münster hat ein Recht darauf zu erfahren, welche Verluste durch den Vorgang entstanden sind.“