Nach den neuen Details für ein neues Südbad bekommt man den Eindruck, dass die CDU und ihr Oberbürgermeister (OB) Kandidat Lewe, aber auch die SPD und ihr OB Kandidat Heuer, an den Bedürfnissen der Bürger vorbeiplanen, kritisiert der Landtagsabgeordnete und Kommunalwahlkandidat Rüdiger Sagel (LINKE) die aktuelle Planung.
"Die Bürger in der südlichen Innenstadt möchten ein neues Südbad in dem man schwimmen und nicht nur herumplantschen kann. Keine große Badewanne sondern ein neues Schwimmbad, mit Mindestmaßen von 15 mal 25 Metern ist daher gefordert. Wenn es immerhin zu begrüßen ist, dass sich OB-Kandidat Lewe in dieser wichtigen Problemstellung im Gegensatz zu seiner CDU jetzt bewegt, so ist dennoch sein 12 mal 15 Meter Konzept plus Wohnungs- und Tiefgaragenbau nicht überzeugend. Das Schwimmbad ist eine öffentliche Aufgabe und muß nicht zwangsläufig durch 29 Wohnungen, die zudem keine dringend benötigten Sozialwohnungen sondern im höheren Segment liegen werden, finanziert werden. Aber auch die SPD hat bisher kein Finanzierungskonzept, da sie die dringend notwendige Erhöhung der Gewerbesteuer ablehnt und Münster massive Finanzprobleme hat, vor denen man nicht einfach die Augen schließen kann."
Scharf ging Sagel mit den jetzt im Wahlkampf verkündeten Wahlaussagen der beiden OB Kandidaten Heuer und Lewe um. "Es entsteht der Eindruck des Populismus und es ist wenig überzeugend wenn Herr Lewe jetzt Äußerungen macht, als habe die CDU nicht 10 Jahre lang regiert und Herr Heuer Forderungen aufstellt, die nicht im SPD Wahlprogramm stehen. Die CDU hat nicht einmal die vom "Förderverein Bürgerbad" in einem Bürgerantrag geforderten und von der LINKEN unterstützten 50 000 Euro für ein Gutachten zum Südbad bewillligt und jetzt will Lewe gleich ein neues, wenn auch zu kleines, Bad bauen. Ebenso fragwürdig ist es wenn SPD-Kandidat Heuer die Tür für eine Gewerbesteuer Erhöhung nun doch ein wenig öffnet, die SPD aber aus Angst vor den münsterschen Wirtschaftskreisen, dies gar nicht in ihrem Wahlprogramm hat. Das ist eine Form des Spagats und des Wahlkampfes die wir diesen Herren nicht durchgehen lassen. Wer keine glaubwürdige Politik auch im Wahlkampf macht trägt zur Frustration und infolge weiteren Wahlmüdigkeit der Bürger bei."