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15. Juni 2009

Kinderhauser Schleife: Münsters Opfer des Finanzmonopoly

Mit der Insolvenz der so genannten Investmentfirma Babcock & Brown, einer austra-lischen "Heuschrecke", greift die Krise in Münster noch weiter um sich. Kurzfristig sollen die 630 Wohnungen in der Kinderhauser Schleife von der GPT Gruppe über-nommen werden, einer anderen australischen "Heuschrecke". "Das ist nicht nur kei-ne Lösung des Problems", so der Spitzenkandidat der Partei DIE LINKE. Münster, Raimund Köhn, "sondern die Fortsetzung des Finanzmonopolys, das die Krise maß-geblich ausgelöst hat. Sowohl die Ratsmehrheit von CDU und FDP in Münster, wie auch die Landesregierung (LEG-Verkauf) tragen hierfür aufgrund der Verkäufe des öffentlichen Wohneigentums die Verantwortung."

Bereits 2005, als die Stadt die Wohnungen in der Schleife verkaufte, war das Ge-schäftsmodell der Investmentfonds hinreichend bekannt: Billig kaufen, nichts inves-tieren, Verschulden und mit Renditen von 25% den hinterlassenen Schrott wieder an die öffentliche Hand verkaufen. Die Finanzkrise hat Babcock & Brown einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die maroden Wohnungsbestände konnten nicht mehr verkauft werden.

Investiert wurde in den vergangenen vier Jahren nichts. Die für dieses Jahr in Aus-sicht gestellten 1,5 Millionen Euro fallen da kaum ins Gewicht. Damit lassen sich nicht einmal bessere Fenster in 630 Wohnungen einbauen, geschweige denn eine Fassadenrenovierung durchführen. Denn es sind weniger als 2500 Euro pro Wohn-einheit. Mit der Übernahme durch die GPT Gruppe werden wohl weitere Jahre der Untätigkeit ins Land gehen, bis die Wohnungen unbewohnbar sind.
"Wie das mit dem Programm der "Sozialen Stadt" vereinbar ist", kritisiert Iris Toulas, die Spitzenkandidatin der Partei DIE LINKE. Münster, "wird wohl für immer ein unge-löstes Rätsel der CDU/FDP Ratsmehrheit bleiben." Im Rahmen dieses Programms werden wiederum Steuergelder in Millionenhöhe in die Wohnumfeldverbesserung und die energetische Gebäudesanierung gesteckt. "Wem aber hilft das", fragt Köhn. Die Mieterinnen und Mieter haben dadurch nur wenige Vorteile. Für die Investment-fonds ergibt sich jedoch die Möglichkeit, aufgrund des höheren Wohnwertes höhere Mieten zu verlangen und vor allem Wohnobjekte zu verkaufen. "Das Projekt der "so-zialen Stadt" ist ohne kommunalen Wohnbesitz in der Schleife wieder nur eine indirekte Subventionierung der Finanzabzocker", stellt Köhn abschließend fest.